Salamanca_Spanien

Julia in Salamanca | Spanien | Universidad de Bellas Artes (USAL)

Vor fast genau einem Monat reiste ich – mit meinen dürftigen Spanischkenntnissen, die locker ins Handgepäck passten – ins 39 Grad heiße Salamanca. Die ersten Tage verbrachte ich – wie (so so viele) Austauschstudenten – in einem Hostel und suchte von dort, mit spanischer Simkarte bewappnet, ein Zimmer. Im Gegensatz zum Würzburger Wohnungsmarkt, fand ich sehr schnell viele günstige und möblierte Angebote und hatte eher die Qual der Wahl. Entschieden habe ich mich dann für eine etwas dezentrale Wohnung mit spanischen Mitbewohnern, von der ich die Universität in ungefähr 30 Minuten zu Fuß erreichen kann. Auch wenn man, wie bei so vielen Wohnungsbesichtigungen meist nur die Vermieter kennenlernt und seine künftigen Compañeros erst beim Einzug sieht, bin ich zufrieden mit meiner Entscheidung. Viele andere Studenten wohnen in internationalen WGs, in denen zwar das Feiern nicht zu kurz kommt, jedoch entweder Englisch oder fragwürdiges “Erasmus-Spanisch” gesprochen wird.

Studium

Das Universitätsgebäude besitzt mit Graffitischmiereien und mehr oder weniger geschmackvoll bemalten Spints zweifelhaften Charme, fühle mich aber in einem gelebten und benutzten Kunstraum wie diesem deutlich wohler als zwischen charakterlosen, brandschutzkonformen Wänden. Völlig unkompliziert konnte ich über mehrere Wochen verschiedene Kurse testen und mich dann entscheiden. Vieles was mir vor meinem Aufenthalt über die Studenten, Dozenten und die Universität gesagt wurde, bewahrheitete sich nicht: In einem Grafikdesignkurs mit mehr als 60 Studenten herrscht eine Stille und Disziplin, wie es in manch halb so großem Kurs an der heimischen Hochschule nicht möglich ist. Die Dozenten, die ich kennenlernen durfte sind engagiert und inspirierend. Und: Die Mitarbeiter im Sekretariat sind hilfsbereit und freundlich.

Salamanca

Salamanca, die goldene Stadt. Diesen Beinamen trägt sie nicht zu Unrecht. Der für fast sämtliche Gebäude verwendete Sandstein schimmert golden und gibt ihr einen einheitlichen, edlen Glanz. In charmanten Cafes und Kneipen kann man sich spätnachts ein paar Gläser Wein gönnen und den Stadttrubel genießen. Wem dies nicht genügt, sollte sich an den zahlreichen Erasmus-Veranstaltungen beteiligen, die meist mit viel Tequila und wenig Hemmung zu tun haben. Ich selbst halte mich davon gänzlich fern.

Mein Fazit

Für ein Fazit ist es noch reichlich zu früh, jedoch bin ich neugierig auf die kommenden Monate, die ich noch hier verbringen darf, um ein paar südländische Einflüsse in Gestaltung und Arbeitsweise aufzunehmen, um diese herzlichen, wenn auch völlig rücksichtslos schnell sprechenden Menschen kennenzulernen und zu verstehen, um für kurze Zeit vielleicht einer von ihnen zu werden. Die Siesta habe ich mir zumindest bereits angewöhnt.