Galsan Tschinag

Galsan Tschinag

Der Schriftsteller Irgit Schynykbay-oglu Dshurukuwaa ist im deutschen Sprachraum kein Unbekannter - wenn man weiss, dass er sich hierzulande «Galsan Tschinag» nennt. Als Autor wie in seiner Lebensführung ist Tschinag eine Ausnahmeerscheinung. 1943 wurde er als jüngster Sohn einer Nomadenfamilie in der Mongolei geboren. Er ist Angehöriger der ethnischen Minderheit der turksprachigen Tuwa, deren grösster Teil in der südsibirischen russischen Republik Tuwinien lebt - der kleinere Teil ist im heute chinesischen Altai-Gebirge zu Hause. In den sechziger Jahren hat Tschinag in der DDR, in Leipzig, Germanistik studiert. Seitdem schreibt er seine literarischen Texte auf Deutsch. Und er tut das so glänzend, mit einem überaus reichen Wortschatz, bei dem selbst Muttersprachler in die Schule gehen können, mit einer komplexen Syntax, plastischen Bildern, freilich auch einem in Deutschland nicht ganz so verbreiteten Witz, dass man ihn heute getrost zu den bedeutenden Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur rechnen darf.