Inhaltlicher Aufbau 002
Sunday, May 27th, 2007 by Sybille NeumeyerNeben den technischen Studien versuchen wir nun parallel und auch auf die Umsetzung abgestimmt, den Informations-Inhalt unseres Tisches zu sammeln, einzugrenzen, zu strukturieren und zu visualisieren.
Unser Schwerpunkt liegt hierbei bei der Ur- und Frühgeschichte. Dies ist -zufälligerweise- zum einen der Begriff für die kulturgeschichtliche Entwicklung des Menschen in Europa von den Anfängen bis zum Beginn des Hochmittelalters. Dabei ist der umfasste Zeitraum enorm: er beginnt mit der Erstbesiedelung Europas in der Altsteinzeit vor etwa 1 Mio Jahren und endet gegen 1050 n.Chr. mit Beginn des Hochmittelalters. Zum anderen bezeichnet “Ur- und Frühgeschichte”, (auch “Vor- u. Frühgeschichte”, bzw. “prähistorische Archäologie”) eine archäologische Disziplin.
Also beides, wass wir in unserem Projekt einbinden wollen.
Sehr kleiner Überblick:
1. Steinzeit (1.1. Paläolithikum//1.2. Mesolithikum//1.3. Neolithikum)
2. Kupferzeit (2.1. Äneolithikum//2.2. Chalkolithikum)
3. Bronzezeit (3.1. Frühbronzezeit//3.2. mittlere Bronzezeit//3.3. späte Bronzezeit)
4. Eisenzeit (4.1. Hallstattzeit//4.2. La-Tène-Zeit)
5. Römerzeit
6. Frühmittelalter
Wir beschränken uns vorerst auf die Urgeschichte, also bis zur Eisenzeit, da es für uns hier am wahrscheinlichsten ist, geeignete Fundstücke und Informationen zu organisieren. “{Bestandteile} der Forschung in der Archäolgie sind ja gegenständliche Quellen (Keramik, Metall, Holz, Knochen, Glas, Steinartefakte, etc) in ihrem jeweiligen Kontext (Bodendenkmale wie Siedlungen, Grabhügel, Burganlagen). Diese werden durch Ausgrabungen, Prospektion und Zufallsfunde entdeckt und zugänglich gemacht und {analysiert}.”*
*http://de.wikipedia.org/wiki/Ur-_und_Frühgeschichte
So können wir zum einen kulturhistorischen Kontext der Germanen aufzeigen, zum anderen die archäologische Arbeit vermitteln. Ausserdem versuchen wir so die Kontext-Entreissung der Objekte zu brechen, indem wir sie nicht im Status-Quo als Museumsexponat zeigen, sondern ihren Weg dorthin nachvollziehbar machen und den ursprünglichen Zeit-Raum-Rahmen der Objekte zumindest visuell rekonstruieren… Unter direkter Einbindung des Museumsbesuchers erreichen wir eine hohe didaktische Vermittlung der Information und brechen das automatisierte Museumsverhalten von reiner Vitrinenkonsumierung.
Wichtig ist auch erstmal eine zusätzliche regionale Eingrenzung der Information, und somit auchh der Ausgrabungsorte unseres Tisches. Hier setzen wir den Fokus auf die Germanen, mit Rückblick auf den Ausflug ins GNM Nbg. Hier setzt die Bronzezeit erst spät ein, im Gegensatz zum Mittelmeerraum, nämlich 2200 v.Chr.
Anhand verschiedener Bestattungsformen wird die Bronzezeit hier als Hügelgräberbronzezeit und Urnenfelderzeit bezeichnet.
Durch Zusammenarbeit mit den Studenten des Fachbereichs Archäologie der Uni Würzburg ist es uns möglich, authentisches und zusammengehöriges Fundmaterial in unser Projekt einzubinden. Mit diesem können wir auf der Informationsebene zwei wichtige Gebiete der Vor- und Frühgeschichhte abstecken. Nämlich durch steinzeitliche Funde die Epoche des Neolithikum und dann mit Funden aus Siedlungsgrabungen bei Landersdorf die zwei eisenzeitlichen Unterepochen der La-Téne und der Hallstat-Zeit.
Ein paar der Funde zum Überblick…
°° die Funde von Jessica Kuhn:

°° die Funde aus der Grabung unter der Leitung von Markus Schußmann:

Nun da wir eine zeitliche und räumliche Eingrenzung geschaffen haben, steht aber noch immer die Frage offen,
wie wir die Informationsebene um die Objekte gestalten und einen Kontext möglichst verständlich visualisieren.
Bei Recherchen findet man leider oft nur Bildmaterial in illustrativer (teilweise sehr kitschiger) Darstellungsform, und dies würde stark mit dem fotografisch detailierten Abbild der Objekte an sich konkurrieren.


Deswegen haben wir beschlossen, die grafische Darstellung so reduziert wie möglich zu halten,
den Kontext abstrakt zu zeigen, und diesen dafür um eine textliche Infoebene zu ergänzen.
Das könnte dannn in etwa so aussehen:

