Bergen_Norwegen

Rike in Bergen | Norwegen | Kunst- og designhøgskolen i (KHiB )

Hei, ab in den Norden! Genau 1215.56 Kilometer, dann landet man in Bergen, Norwegen. Mit durchschnittlich 246 Regentagen im Jahr, kann Bergen stolz von sich behaupten, die regenreichste Stadt Europas zu sein. Ein Semester kalt, dunkel und nass – so zumindest haben sich das alle vorgestellt, die mich besorgt gefragt haben, ob ich mir das gut überlegt hab... Und um ehrlich zu sein, muss ich sagen: Nein. Ich hab mich einfach mal auf gut Glück beworben, wurde unglaublicher Weise auch noch angenommen und ohne wirklich viel drüber nachzudenken war ich hier auf einmal hier. Zwei Monate später kann ich nur sagen: Man braucht nicht Sonne und Strand um sich pudelwohl zu fühlen.

überschaubar und familiär

Wer überlegt, fürs Auslandssemester nach Skandinavien zu gehen, dem kann ich die Kunst- og designhøgskolen i Bergen (KHiB) nur empfehlen. Sie ist aufgeteilt in ein Kunstdepartment und ein Designdepartment, welches sich wiederum in zwei Studiengänge aufgliedert: „Visuel Communication“ und „Furniture- & Spatial Design“. Ein Jahrgang besteht in beiden Studiengängen jeweils nur aus 15-20 Studenten, was das ganze recht überschaubar und familiär macht. Als internationaler Student hat man außerdem das Privileg, sich seine Kurse in Rücksprache mit einem Tutor aus allen Studiengängen (auch denen im Kunstdepartment) selbst aussuchen zu können. Anders als in Würzburg hat man die Kurse hier auch nicht parallel, sondern nacheinander. Gewöhnen muss man sich allerdings an den eher schulisch anmutenden Unialltag: Man ist von 9 Uhr morgens bis mindestens 3 Uhr in seiner Klasse, bekommt (sehr gute!) Theorievorlesungen, macht kleine Workshops oder arbeitet an seinem Projekt. Dank den kleinen Klassen lernt man so aber auch seine Mitstudenten schnell kennen, was ein echter Vorteil ist.

wie im Bilderbuch

Auch Bergen als Stadt ist ein Auslandssemester wert. Natürlich gibt es hier viele große und kleine bunte Holzhäuser, Wälder, Seen, Berge und Fjorde, wie man das vom Bilderbuch-Norwegen eben erwartet. Man kann sich also nach Herzenslust draußen austoben und wird für alle Anstrengung immer mit unglaublich schöner Natur belohnt. Da die Norweger auch eine Vorliebe für Sport und Outdooraktivitäten haben, ist das auch eine gute Möglichkeit Land und Leute kennen zu lernen. Es ist außerdem die billigste Beschäftigung, denn leben in Norwegen ist leider teuer. 

Bergen ist außerdem eine Studentenstadt, mit einem großen Anteil an internationalen Studenten (die alle im „wunderschönen“ Studentenwohnheim Fantoft leben, bei Interesse einfach mal googeln). Man muss sich beinahe Mühe geben, der deutschen Sprache aus dem Weg zu gehen! À propos Sprache: Nein, man muss nicht norwegisch sprechen. Man kommt überall problemlos mit Englisch durch.
Ich glaube fast jeder kann in Bergen seine Nische finden - vorausgesetzt man ist wasserfest: Ob als naturliebender Wandersmann, kultivierter Museumsbesucher, hipper Flohmarktgänger oder veganer Ökohippi (nicht glücklich werden Großstadt liebende Partymäuse! ). Ansonsten gilt einfach Mama's Weißheit: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.